Am ersten Tag badeten sie noch in der Sonne, am Anfang des zweiten Tages eher im Matsch und schließlich nur noch in ihrem Schweiß. Die Teilnehmer des zweitätigen Dortmunder Ultimate-Turniers „Flammenwerfen 2011“ erlebten dank perfekter Wetter-Organisation ein überaus variabel gestaltetes Wochenende.
So brutzelte die Sonne am ersten Tag schon am Morgen kräftig und legte über den Mittag und Nachmittag hin weiter ordentlich zu. Für viele war es wohl das perfekte Wetter, um in einen nächstgelegenen See zu springen –die SportlerInnen in Dortmund hingegen nutzten den ungewöhnlich heißen Tag, um über den Rasenplatz der TU Dortmund zu rennen, Scheiben hinterherzujagen und sich bei jedem Match richtig ins Zeug zu legen – egal wie groß der Sonnenbrand schon vorangeschritten war.
Die Spiele selbst waren aufgrund des Wetters daher besonders „heiß“ umkämpft, wegen der „hitzigen“ Duelle war man stets „brennend“ gespannt, wer dieses Mal den Punkt machen würde. Die Erleichterung über eine kleine Abkühlung kann man wohl ungefähr vergleichen mit der Erleichterung über das Ende von bescheuerten Wortspielen. Daher flüchteten die Teams für den Spirit-Kreis oft schnell in die Schatten der Pavillons. Den ganzen Tag über sah man sowohl spannende Aufholjagden als auch deutliche Gewinner sowie unterlegene aber bis zum letzten Ende kämpfende Mannschaften.
„Das perfekte Date“
Am Abend versammelten sich die Teams zum Beer-Race, dessen Komplexität aber auch Kreativität wohl alle Beer-Races der Geschichte des Ultimates in den Schatten gestellt haben dürfte: Die Zweier-Teams pro Mannschaft durchlebten ein „perfektes Date“, das mit Bier begann, dann zum Schnaps und „Fellatio“-Seifen-Blasen überging und je nach Paar in einer Ohrfeige oder einem seichten Hüpfer in die Hände des anderen endete (wer das nicht versteht, dem erklärt das Hannes bestimmt noch mal ganz genau).
Die zwei Tigerhechte aus Kaiserslautern schienen schon geübt in solchen perfekten Dates zu sein, absolvierten den Parcours als erstes und gewannen damit die Beer-Race-Trophäe.
Am späten Abend und in der Nacht ging es auf der Party dann um den begehrten Party-Preis: Die Wuppertaler Caracals entschieden diesen klar für sich. Große Konkurrenz hatten sie dabei laut Augenzeugenberichten nicht zu fürchten – wahrscheinlich auch, weil einige Teams über Nacht nach Hause gefahren waren. Am Ende der Party waren wohl unter anderem noch einige der Sieben Todsünden aus Paderborn gut mit dabei, gaben sich dann aber der Übermacht aus Wuppertal geschlagen.
Dann folgte der Tag, an dem zehn Minuten alles verändern sollten.
Am Morgen lag bereits ein grauer Schleier über dem Rasenplatz, und mitten im zweiten Spiel wurden die Befürchtungen wahr: Es regnete, nein: es schüttete wie wahnsinnig. Innerhalb von Sekunden waren T-Shirts und Trikots durchnässt; doch der Wetterumbruch drückte die Stimmung in keinster Weise. Im Gegenteil. Mit einer frischen Morgendusche waren die Ultimateler wachgerüttelt und rannten weiter über den Platz. Der Regenüberfall konnte die Spieler nicht stoppen. Die Rasenplatz-Regeln hingegen schon.
Pick-Ups ohne Ende
Der Platz wurde wegen des 10-Minuten-Pladders gesperrt und das Turnier nach innen verlagert. Dort war man zwar sicher vom Matsch, aber nach dem Regenguss rückte die Sonne wieder hervor und heizte die Halle ordentlich auf, wodurch die Spieler schnell ins Schwitzen gerieten. Das schien den meisten aber auch nichts auszumachen, viele stellten sich als Pick-Up zur Verfügung. Das war notwendig, da sich die Teams leider nach dem Wechsel in die Halle stark dezimiert hatten.
Das Turnier gewannen die Frizzly Bears aus Aachen, gefolgt von den Tigerhechten aus Kaiserlautern sowie Frühsport Köln. Den Spirit-Preis strichen die Bonobos aus Bochum ein.
Da die meisten Teams am Ende nur aus lauter Pick-Ups bestanden – Caracals und Sünden etwa schlossen sich zu Carasünden zusammen –, sind die restlichen Platzierungen eher wenig aussagekräftig und werden daher nicht aufgezählt. Ein netter – aber natürlich vollkommen ungewollter – Nebeneffekt: Die Dortmunder Teams können so ihre Platzierungen am unteren Ende der Tabelle gut kaschieren. Aber hey, gute Gastgeber geben nun einmal gerne ihren Gästen den Vortritt.
Dortmund bedankt sich bei
Frizzly Bears Aachen
Tigerhechte Kaiserslautern
Frühsport Köln
Torpedo Ducks
Bonobos Bochum
Caracals Wuppertal
7 Todsünden Paderborn
Schön, dass Ihr dabei wart. Hoffentlich sieht man sich im nächsten Jahr wieder!












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